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Unsere Finalteilnehmer im Juni 2006 in Potsdam

von links: Juliane Schultz, Helena Jacobasen, Julian Tietze, Kiara Stöver, Przemyslaw (Djamek) Galka, André Klingelhöfer.
Trainer waren Stefan Knoll (im Bild vorne) und Stefanie Knoll (hat fotografiert).

RW Westerland qualifiziert sich für das WM-Schul-Finale

„Berlin, Berlin – Wir fahren nach Berlin“, sangen die Schülerinnen und Schüler der Realschule Westerland in ihren Australien-Trikots nach der Copa America in Ostfildern bei Stuttgart, einem von vier Qualifikationsturnieren im Straßenfußball für Toleranz, denn so eben hatten sich die jungen Sylter für das WM-Finale der Schulen in Potsdam qualifiziert.
Nachdem sich die Realschule Westerland ihrer Botschafterrolle des Patenlandes Australien in der Projektwoche gewidmet hatte, regierte „König Fußball“ das Geschehen der „Fair Play for Fair Life“-Initiative, die von Bundestrainer Jürgen und Bundesinnenministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul ins Leben gerufen worden war.
205 Schulen traten in Deutschland bei den Qualifikationsturnieren (African Cup of Nations, Asia Cup, Copa America und Europameisterschaft) an, um im Juni 2006 beim WM-Schulfinale in Potsdam dabei sein zu können. Bei der Copa America trafen sich am letzten Wochenende alle Patenschulen, die ein Gespielt wird diese besondere Variante des Straßenfußballs mit 2 Mädchen und 2 Jungen auf einem Kleinfeld mit Bande. Mindestens ein Mädchen muss pro Spiel einen Treffer erzielen, damit die Gesamttore gewertet werden. Zusätzlich zu den üblichen Spiel-Punkten werden von den Mannschaften selbst nach dem Spiel bis zu drei Fair Play Punkte vergeben.
Nach einer zehnstündigen Anreise von Westerland nach Ostfildern wurde das Team Australien von so genannten Guides abgeholt und zu den Unterkünften bzw. zum Trendsportfeld geleitet. Obwohl die Schülerinnen und Schüler ihren beweglichen Ferientag für die Anreise opferten, tat dies der Stimmung keinen Abbruch und bereits im Zug wurden erste Freundschaften zu den anderen Teams aufgebaut, die später für unvergessliche Momente sorgen sollten. Voller Spannung erwarteten die Aktiven nach der offiziellen Begrüßung dann die Auslosung für den nächsten Tag. 56 Teams wurden in zwölf Fünfer- bzw. Vierergruppen gelost. Gegen 21:30 Uhr standen die Vorrundengegner für das Teams Australien fest: Argentinien, Chile, Jamaika und Antigua & Barbuda.

Völlig ausgeschlafen und fair präsentierten sich die Jungs und Mädels der Realschule Westerland dann am nächsten Morgen in ihren neuen australischen Trikots, die dank Lars Schmidt von der Firma Sypharm gesponsert wurden. Mit zwei souveränen Siegen gegen Argentinien und Chile, einem Unentschieden gegen Jamaika und einer Niederlage gegen Antigua & Barbuda reichte es knapp zum ersten Platz in dieser Vorrundengruppe. Die ersten beiden Plätze dieser zwölf Vorrundengruppen berechtigten zum Einzug in die Zwischenrunde, während die Dritt- und Viertplatzierten in einer Trostrunde antraten. Die Gruppenfünften hingegen schieden bereits zu diesem Zeitpunkt aus dem Turnier aus. Sichtlich erleichtert zeigten sich die begleitenden Realschullehrer Stephanie und Stefan Knoll, dass das für ihr Team nicht zutraf: “Das war unser Minimalziel, damit die Kinder wenigstens den ganzen Tag Fußball spielen können und für die lange Reise belohnt werden!“
Unerwartet gut verlief dann die Zwischenrunde, die in sechs Vierergruppen gespielt wurde, von denen sich die Gruppenersten direkt für das Finale qualifizieren konnten. Die Gruppenzweiten spielten die Plätze 7-12 aus, von denen die Plätze 7-9 ebenfalls nach Potsdam reisen durften.
Vor allem die Mädchen legten in dieser Zwischenrunde noch zu, so dass dank der Tore von Helena Jacobsen und Juliane Schultz in jedem Spiel sogar mehrere Tore von den Mädchen erzielt wurden und die Spannung nicht zu groß wurde. Einsatzfreudig zeigten sich Kiara Stöver und Andre Klingelhöfer, die um jeden Ball fighteten. Angetrieben von Julian Tietze, der uneigennützig die Mädchen glänzend in Szene setzte, und einem Przemyslaw Galka, der kaum noch Gegentore zuließ, hatten die Teams aus Peru und Guatemala keinerlei Chance. Vor dem abschließenden Zwischenrundenspiel gegen St. Lucia wurde dem Team Australien dann richtig bewusst, um was es in diesem Spiel ging. Noch ein Sieg und der Traum vom WM-Finale in Potsdam würde Wirklichkeit werden! Mittlerweile hatten sich um den Court 3 die befreundeten Teams von Kanada und den Bermudas eingefunden, um mit „Australia-Rufen“ anzufeuern und zu unterstützen. Trotz der großen Anspannung genossen die Schülerinnen und Schüler diesen Gänsehaut-Moment und sicherten sich hoch konzentriert mit einem 3-0 Sieg über St. Lucia die direkte Qualifikation für Potsdam. „Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet“, resümierte Stefan Knoll dieses „Wahnsinns-Erlebnis“ und auch die Spielerinnen und Spieler brauchten einen Moment, um zu realisieren, was sie erreicht hatten. Fortan waren sie in australischen Landesflaggen eingehüllt auf dem Trendsportfeld schon von weitem zu sehen.
Die abschließende Endrunde, in der die ersten sechs Plätze zwischen den Teams Jamaika, Guyana, Australien, Honduras, den Amerikanischen Jungferninseln und Belize noch ausgespielt wurden, hatten nur noch statistischen Wert. Langsam ließen dann auch Konzentration und Siegeswille nach, so dass nach zwei Auftaktniederlagen gegen Belize und den späteren Turniersieger, die Amerikanischen Jungferninseln, das Team noch mal wachgerüttelt werden musste, um sich mit einem Unentschieden gegen Jamaika und zwei Siegen gegen Honduras und Guyana den vierten Platz in diesem Turnier zu sichern. nach einem langen und erlebnisreichen Tag nahmen die Schülerinnen und Schüler die Urkunde und die symbolische Fahrkarte für Potsdam auf der Bühne entgegen.

Vom 08.-11.Juni 2006 wird die Realschule Westerland dann beim großen WM-Finale in Potsdam das Team Australien erneut vertreten und sich mit den besten Mannschaften der anderen Kontinentalmeisterschaften messen dürfen. Die Idee, dass alle Sylter Realschüler und Realschülerinnen ihre Kicker nach Potsdam zur Unterstützung begleiten, ist auch schon geboren.
Bis dahin wird die Realschule noch ein regionales Straßenfußballturnier ausrichten, für das noch Sponsoren gesucht werden (Kleinfeldtore, Banden, Fußballkäfige usw.). Interessierte melden sich bitte beim Ansprechpartner Stefan Knoll, RS Westerland, Tel.:22206.

WM Schulfinale 2006

Endlich war es also so weit. Seit 2004 arbeiteten 205 Schulen in ganz Deutschland daran den Fair-Play-Gedanken „Fair-Play for fair Life“ spielfeldübergreifend umzusetzen und in ihre Patenländer zu tragen. Doch das eigentliche Highlight für alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler war natürlich das WM Schulfinale im Straßenfußball.
Vom 07.-10.Juni 2006 trafen sich die besten Teams in Potsdam, um den Schulweltmeister zu ermitteln. Dazu hatten sich 205 Fußballteams in fünf Vorrundenturnieren um die freien Plätze im Schulfinale qualifiziert.

Nach der erfolgreichen Qualifikation unseres Schulteams auf der Copa America in Ostfildern (bei Stuttgart) reisten wir gehandicapt nach Potsdam an, denn mit Jule Schultz, die sich tags zuvor ihren Arm brach, fiel eine wichtigere Spielerin leider aus.
Nach unserer Ankunft in Potsdam bezogen wir erst einmal unser Quartier in der Zeltstadt im Lustgarten von Potsdam.

Abends fand die Eröffnungsfeier statt und wir kickten uns schon mal in einem der insgesamt sieben Streetsoccer-Courts warm.

Am 08.06. griff unser Team „Australien“ nachmittags in den Titelkampf ein, nachdem zuvor die 7.-9. Platzierten der Vorrundenturniere die letzten freien Plätze für das Endturnier ausspielen mussten.

Das Eröffnungsspiel der Hauptrunde hieß Kuba gegen Deutschland (wurde von einer südafrikanischen Schulmannschaft vertreten!). Der Anstoß wurde von Michael Preetz (Ex-Profi und Nationalspieler von Hertha BSC Berlin) und Ewald Lienen (Ex-Bundesliga-Trainer u.a. bei Gladbach) ausgeführt.

Wir spielten in unserer Gruppe G gegen Österreich, Kroatien und Guyana.
Nach der Auftaktniederlage gegen Kroatien (0-4) liefen wir bereits Gefahr auszuscheiden, da sich nur die beiden Gruppen-Ersten weiter qualifizierten. Zumal es gegen Guyana trotz einer 4-2 Führung im zweiten Spiel nur zu einem 4-4 reichte.
Unsere Treffer erzielten Julian Tietze, Helena Jacobsen (2) und Nele Schluck.

Im letzten Gruppenspiel gegen Österreich reichte es ebenfalls nur zu einem Unentschieden (2-2), so dass am Ende die Fair-Play Punkte (zentrales Element des Straßenfußballs für Toleranz) über das Weiterkommen in der Gruppe entscheiden mussten. Da wir von allen Teams die meisten Fair-Play Punkte bekamen zogen wir in die nächste Runde ein.

Bis zur Auslosung der nächsten Zwischenrunde konnten unsere Kicker auf dem Trendsportfeld tolle Attraktionen nutzen: Hochseilgarten, Tischfußballturnier, Speedcheck zur Schusskraft und einen Inlinepark.

Nebenbei präsentierten die beiden Australien-Coaches Dirk Hilpert und Stefan Knoll im Alten Rathaus unser Patenland bei der offiziellen Länderausstellung. Diese konnte von der Öffentlichkeit bis Samstag besucht werden, um sich über die Arbeit der Patenschulen zu informieren.

In der 1. Zwischenrunde am 09.06. waren nun nur noch sechs Gruppen zu je vier Mannschaften vertreten. Unser Team wurde in die Gruppe D mit den Cook-Inseln, Kuba und Kamerun gelost.
Gegen Kamerun gelang uns mit einem 4-0 Sieg (Tore: Helena Jacobsen (2), Nele Schluck, Julian Tietze) ein Start nach Maß in dieser Gruppe.

Gegen die Cook-Inseln verspielten wir allerdings noch eine 5-2 Führung und verloren die Partie unnötig 5-6 (Tore: Helena Jacobsen (3), Przymeslaw Galka (2)).
Damit benötigten wir im letzten Gruppenspiel mindestens ein Unentschieden zum Weiterkommen und Einzug in die Runde der letzten 16 Mannschaften.

Gegen Kuba entwickelte sich von Anfang an ein Spiel auf das gegnerische Tor, doch ein Mädchen-Tor wollte einfach nicht fallen, so dass die frühe Führung durch Julian Tietze noch nicht angerechnet wurde (Jungentore zählen erst, wenn mind. ein Mädchen aus dem Team getroffen hat).
Reihenweise wurden beste Einschussgelegenheiten von Helena, Kiara Stöver und Schlucki vergeben und spätestens jetzt wurde das Fehlen von Jule Schultz schmerzlich vermisst.
Kurz vor Schluss der Partie wurde diese Nachlässigkeit bestraft als völlig überraschend nach einer Unachtsamkeit in unserer Abwehr der Ball verloren ging und ein Mädchen aus dem Team Kubas einen Treffer erzielte. Der sicher geglaubte Punkt war weg und unser Team schied unglücklich aus!

Doppelt bitter, dass das Team Kamerun, welches wir mit 4-0 geschlagen hatten, am Ende weiter kam und letztendlich Achter von 205 WM-Schulen wurde.
Spätestens auf der Rückfahrt wich dann die Enttäuschung und uns wurde klar, dass wir Großes für unsere Schule und unser Patenland geleistet hatten. Diese supertolle Zeit in Ostfildern und Potsdam werden wir ganz sicher nicht vergessen!

Das Team Australien der RS Westerland sagt DANKE dafür an Alle, die an der Organisation und Durchführung dieser Initiative mitwirkten. Es waren unvergessliche Momente und Eindrücke, die wir sammeln durften...
         Stefan Knoll