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Gewaltprävention: Sylter Realschule vorbildlich

Das schleswig-holsteinische Projekt „Prävention im Team - kurz „PIT“ - wurde im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Förderpreis für Kriminalprävention ausgezeichnet. Eine der Schulen, die „PIT“ mit besonderem Engagement umsetzen, ist die Realschule in Westerland.
Dafür gab es gestern 1000 Euro und viele lobende Worte.

Analyse von Gewaltsituationen
Wie sieht es in unserer Klasse aus?
Analyse von Opfer- und Täterinterviews
Unsere Klassengemeinschaft
„NEIN“ sagen
Keine Gewalt dulden: sich einmischen
Hilfe holen

Aktionstag: We respect!

Kurs: Mädchen stärken

Zusammenarbeit mit der Polizei
Lehrer-Fortbildung
Durchführung PIT in R 7 und R 8
Streitschlichter-Projekt
Kommunalpräventiver Gesprächskreis
Berichte in der Lehrerkonferenz

Vier erste Preise wurden im Kieler Landtag an Schulen in Schleswig-Holstein verliehen, die sich im Rahmen der Gewaltprävention besonders engagiert haben. Doch der heimliche Sieger des so genannten „PIT“-Projektes war eindeutig die Realschule Westerland.
Das Team mit Konrektor Dr. Wolf-Dietmar Stein und Polizeihauptmeister Dieter Johannsen an der Spitze zeigte mit einer professionellen Computeranimation und interessanten Texten, was in den letzten beiden Jahren in Sachen Gewaltprävention alles in Westerland auf die Beine gestellt wurde. Mit nach Hause nahm die Vorzeigeschule von der Insel das Preisgeld in Höhe von 1 000 Euro und den Applaus und die Anerkennung der Experten aus dem Bildungsbereich und der Polizei.
Zuvor hatte Innenminister Ralf Stegner sich besorgt über die zunehmende Gewalt unter Jugendlichen geäußert . Umfragen belegten, dass junge Leute fast jeden Tag Erfahrungen mit Gewalt machten, angefangen bei harmlosen Raufereien über Beschimpfungen und Demütigungen bis hin zu handfester Gewalt. „In solchen Situationen ist Weggucken einfach - sich kümmern und sich einmischen kostet dagegen Mut“, so der Minister. Schule und Elternhaus müssten den Kindern beibringen, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Hierbei sei das Projekt „PIT“, für das Schleswig-Holstein 2004 den Deutschen Förderpreis für Kriminalprävention erhalten habe, ein guter Ansatz der inzwischen auch von anderen Bundesländern übernommen werde.
Dr. Stein wies darauf hin, dass Sylt bei Außenstehenden vorrangig mit Sonne, Strand und Party in Verbindung gebracht werde. Doch auch auf der Insel gebe es Gewalt, Drogenprobleme und viele Schlüsselkinder, um die man sich kümmern müsse. Das Thema Gewalt werde deshalb im Unterricht, in Projekten und in Schulfreizeiten systematisch thematisiert - und Mädchen haben unter Anleitung der Polizei Selbstverteidigung gelernt.
Überhaupt die Polizei: Die ist inzwischen kein Fremdkörper mehr in der Westerländer Realschule, „sondern wir gehören einfach dazu“, freut sich Schutzmann Johannsen.