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Nils Kirsten
Schüler der Realschule
1986-1992

 

Die Erinnerungen an meine Realschulzeit in Westerland vom Sommer 1986 bis 1992

Nach den Sommerferien 1986 begann für mich und meine 20 Mitstreiter ein neuer Meilenstein der Bildung, eine neue (verdammt hohe und ungewohnte) Stufe in unserer Schulkarriere sollte bestiegen werden.

Alles war neu: der Weg zur Schule, das ganze Schulzentrum (alles war viel größer), neue Lehrer, eine neue und bis dahin unbekannte Möglichkeit der Kommunikation (Englisch) und was ganz ungewohnt war....auf der Grundschule waren wir die Größten und Ältesten und hier waren wir das auf einmal nicht mehr.

Einige Mitschüler aus der Grundschule waren nun in der Parallelklasse und andere konnte man gar nicht mehr treffen weil sie auf dem Gymnasium eingeschult wurden und in den Pausen der Weg dorthin mit aller Macht und Härte bestraft wurde. Völlig neu war auch, dass die neuen Klassenkameraden von der ganzen Insel kamen, die Mitschüler aus List, Morsum oder auch Hörnum taten mir immer leid: mein neuer Schulweg war jetzt  immerhin schon 2,5 km lang und ich brauchte mit dem Fahrrad 10 Minuten während sie 17-18 km fahren mussten und ca. 30-40 Minuten unterwegs waren.

Nachdem sich alles eingespielt hatte, wir uns untereinander und mit den Lehrern kennen gelernt hatten und unsere neue Klassenlehrerin Frau Birgit Lübben uns den Anfang so leicht wie möglich gemacht  hatte,  begann das raue Schulleben. Wir lernten neue Fächer kennen (Textiles Werken, Englisch, Biologie, Geschichte, Erdkunde) und schlugen uns durch den von Ferien (was genau sind noch mal genau 12 Wochen Ferien bei 5-6 Wochen Urlaub pro Jahr) unterbrochenen Alltag. Zum Beginn der 6. Klasse kam das 1. große Highlight auf uns zu. Wir (wir hatten inzwischen einige personelle Veränderungen in Form von Abgängen zur Hauptschule und Zugängen aus oberen Klassen erlebt) fuhren im Spätsommer für eine Woche zusammen mit der Parallelklasse auf Klassenfahrt ins Schullandheim nach Glücksburg an der Flensburger Förde. Dort verbrachten wir eine tolle Zeit mit Ausflügen, Strandbesuchen, Besichtigungen, Schnitzeljagden und diversen sportlichen Aufeinandertreffen mit der Parallelklasse (das bittere 0:3 gegen die Jungs beim Fußball lastet heute noch wie Blei auf unseren Schultern....). Abgerundet wurde diese Reise mit einer Abschlussdisco am letzen Tag.

Mit Beginn der 7. Klasse bekamen wir wieder einige neue Fächer und als weitere Sprache Französisch. Durch dieses neue Fach wurde mir und vielen anderen Klassenkameraden aus unserem Jahrgang auch  eine besondere und wirklich tolle Erfahrung und Möglichkeit geboten. Im Juni 1990 nahmen wir an einem Schüleraustausch mit unserer französischen Partnerschule teil und fuhren zusammen mit unseren Lehrein Frau Lausmann für 14  Tage in die Normandie. Dort wurden wir in den französischen Familien unseren Austauschschüler aufgenommen. Wir besuchten die Schule, lernten den Schultag in Frankreich kennen (die Schule endet dort erst am Nachmittag gegen 15  Uhr und mittags wird man in der Schule verpflegt) unternahmen viele interessante Ausflüge in der Region, lernten eine neue Kultur und die Lebensgewohnheiten in Frankreich kennen. Die Wochenenden verbrachten wir komplett mit unseren Gastfamilien. Sie zeigten uns ihre Heimat (u.a. die berühmte Insel Mont St. Michel, die Atlantikküste oder auch die riesigen Soldatenfriedhöfe aus der Zeit des 2. Weltkrieges). Auf dem Rückweg nach Sylt verbrachten wir einen interessanten Tag in Paris und besuchten dort viele berühmte Sehenswürdigkeiten). Der Schüleraustausch endete ein Jahr später mit dem Gegenbesuch unserer französischen Austauschschüler auf Sylt. Zum Ende der 7. Klasse tauschten wir unsere Klassenlehrerin Frau Boysen (sie wurde Mama) gegen Frau Nielsen ein und bekamen ab der 8. Klasse neben Chemie Herrn Vollgraf als neuen “Chef”.

Mit Beginn der neunten Klasse hatten wir die Möglichkeit, aus einem bestimmten Fächerangebot individuelle Wahlpflichtfächer (4 Stunden pro Woche) zu wählen. Alle Schüler bekamen so die Chance, ihre  Fächer entsprechend der eigenen Vorstellungen und Vorlieben zu wählen und “weniger geliebtes” hinter sich zu lassen. Mit dem Ende der 9. Klasse ging es für alle Schüler darum, sich Gedanken zu machen, was die Zeit nach der  Realschule so bringen sollte. Die meisten Mitschüler schickten ihre Bewerbungen für die Ausbildungsplätze auf die Reise, besuchten die ersten Vorstellungsgespräche und wurden im Laufe des ersten Halbjahres der 10.Klasse nach und nach fündig. Einige entschlossen sich, in Niebüll ein paar Jahre Schule “hinten dran zu hängen”.

Zu Beginn der 10. Klasse fand eine Projektwoche mit vielen interessanten Themen über die Insel statt und bot uns eine willkommene Abwechslung vom Schulalltag. Mit dem Beginn des zweiten Halbjahres wurde uns klargemacht, dass in naher Zukunft der Ernst des Lebens auf uns wartet und vorher noch eine Hürde als Krönung der Realschulzeit von uns genommen werden muss: die schriftlichen Abschlussprüfungen in Mathe, Deutsch und Englisch. Da dieses Handicap auch gemeistert wurde, konnten wir als Highlight für 3 Tage ein reichhaltiges Angebot von Sportarten und Sportprojekten als zweiten Teil der Projektwoche genießen. Mit dem Bestehen der mündlichen Abschlussprüfung wurden wir im Sommer 1992 aus unserem Sylter Realschulleben entlassen und feierten dieser “Sieg” mit einer wunderbaren Abschlussfeier.

Nils Kirsten

Gerhard Scheer
Hubertus Jessel
Dr. Claus Andersen
Birgit Boysen
Klaus Vollgraf
Ute Koch
Wilfried Becker
Erich Hoppe
Niko Johannsen