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Klaus Vollgraf
Lehrer an der Realschule seit 1980

Klaus Vollgraf an der RS Westerland

Am 11.8.1980 trat ich meinen Dienst an der Realschule Westerland an. Mit mir kamen 10 neue Lehrer an die Schule. Gleichzeitig verließen etwas die gleiche Anzahl an Lehrern  die Schule. In den ersten Dienstjahren fiel mir diese sehr hohe Fluktuation sehr auf. Nach meiner Ansicht konnte dadurch keine Kontinuität für Schule und Schüler entstehen. Als Junglehrer in seiner ersten und bisher einzigen  Schule hatte ich in den ersten Jahren natürlich die altbekannten Probleme. Man ist neu, unerfahren und hat eigentlich keinerlei große Erfahrungen im Umgang mit Schülern. Die Schüler und Schülerinnen gingen bei mir nun nicht  gerade über Tische und Bänke, aber es war wirklich nicht ganz leicht am Anfang. Vor allem an die Abschlußklasse von 1982 denke ich immer wieder zurück. Ein altgedienter Kollege ist als Klassenlehrer fast verzweifelt und ich  durfte dort Geschichte und Wipo unterrichten. Mittlerweile unterrichte ich die Kinder dieser Schüler in der R5. In diesen Momenten merkt man, dass man älter wird. Und trifft man sich z.B. bei Wandmaker so entstehen immer wieder  nette Gespräche. Ist man über 20 Jahre Lehrer auf dieser Insel, so trifft man immer wieder und eigentlich überall ehemalige Schüler. Und es wirklich schön zu sehen, dass sie sich zu gestandenen Persönlichkeiten mit einem erfolgreichen Berufsleben entwickelt haben.
Mitte der 80-er Jahre habe ich etliche Klassenfahrten in die DDR mit Schülern unternommen. Als Begleitung war immer Ruth Lübben dabei. Auf einem Klassentreffen vor einigen Wochen sagte mir ein Schüler, dass er immer noch mit Begeisterung an diese Fahrt zurück denkt. Übrigens habe ich auf einer dieser Fahrten eine Ehe gestiftet. Ein Schüler lernte ein Mädchen kennen. Nach dem Mauerfall haben sie  geheiratet und mittlerweile ein Kind. Sie leben auf der Insel und ich hoffe, sie lassen sich nie scheiden.
Und im Laufe der Jahre sucht man sich immer neue Aufgaben außerhalb des Unterrichts. Die machen nämlich sehr viel mehr Spaß, als die Binomischen Formeln zu vermitteln. Milchversorgung für die Realschule. Ich erinnere mich immer noch an das Rollen des Kleingeldes. 1988 kam der Kiosk hinzu, einige Jahre später die Schülerzeitung. Mitte der 90-er Jahre kamen die Computer in die Schule. Dr. Stein und ich machten uns für einen PC-Raum für die Realschule stark und unterrichten seitdem das Fach Informatik.
Im Rückblick auf 21 Jahre Realschule kann ich feststellen, dass sich immer neue Aufgaben gestellt haben bzw. ich sie gesucht habe.
Und die Schüler? Natürlich haben sie sich verändert und das Unterrichten ist anders geworden. Die Konzentrationsfähigkeit ist geringer geworden, die Schüler haben immer weniger Vorbildung in allen Bereichen und die Bereitschaft, Zeit für Schule aufzuwenden wird immer geringer. Viele haben einen Job und dann komme ich und verlange die Abgabe eines Referates.
Es ist aber  immer schwerer geworden, den Kindern die grundlegenden Dinge zu vermitteln.
An der Realschule zu arbeiten macht aber immer noch sehr viel Spaß. Die Ausstattung ist optimal, der Schulverband stellt für Neuerungen immer Geld bereit und die Schulleitung ist allen neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen.
Ich werde also auch die nächsten Jahre an dieser Schule arbeiten. Der einzige Hinderungsgrund könnte sein, dass ich doch noch einmal Millionär werde.

Gerhard Scheer
Hubertus Jessel
Dr. Claus Andersen
Birgit Boysen
Nils Kirsten
Ute Koch
Wilfried Becker
Erich Hoppe
Niko Johannsen